Archiv: Stadt Maulbronn

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seit 1993 Unesco Weltkulturerbe

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Autor: Frau Fegert
Artikel vom 13.05.2020

Alltagsmagie - Riten, Schutzzauber und Bauopfer

Eine Ausstellung der Sammlungen Frank Dähling und Rainer Scherb ergänzt durch regionale Beispiele in der „Steinhauerstube“. Das Dorfmuseum in Schmie

Wir freuen uns, ankündigen zu dürfen, dass die Ausstellung am 7. Juni 2020 eröffnet werden wird. Nähere Informationen folgen in Kürze.

Bis dahin können Sie sich im Katalog zur Ausstellung einlesen, erhältlich bei der Buchhandlung Krüger:

108 Seiten mit zahlreichen Farbabbildungen, broschiert, € 14,50
Verlag am Klostertor Maulbronn, ISBN 978-3-926414-36-6

Hrsg. von Martin Ehlers im Auftrag der Stadt Maulbronn und des Bürgervereins Schmie e.V. Mit Beiträgen von Frank Dähling, Rainer Scherb, Ulrich Klotz und Andreas Kühnle.

Die Weltanschauung der ländlich-bäuerlichen Gesellschaft war sowohl durch christlich-religiöse als auch magisch-okkulte Elemente geprägt. In diesem Weltbild war der Glaube an Geister, Hexen, Dämonen und Teufel fest verankert. Und dagegen musste man sich schützen. Zugleich versuchte man, die Lebensenergie von Menschen, Tieren und Pflanzen zu verbessern.

Als Aberglaube wurde alles abgetan, was nicht mit kirchlicher Frömmigkeit zu vereinbaren war. Die Volksmagie hingegen bediente sich etwa christlicher Symbole, Riten und Objekte und kam vor allem zum Tragen, wenn das alleinige Vertrauen in die Kirche nicht ausreichte.

Lesen Sie im Katalog, wie zum Beispiel ein Neunmond- oder Trudenmesser schützt:

Neunmond- oder Trudenmesser
Stahlklinge mit Griff aus Horn, 19. Jh.

Auf der Klinge sind neun Mondsicheln und neun Kreuze eingeschlagen. Die Zahl neun steht seit der antiken Zahlensymbolik für die dreifache Triade 3 x 3. Sie bedeutet Erfüllung, Anfang und Ende, das Ganze. Christlich gedeutet ist sie die Potenz der Dreifaltigkeit.

Die Monde symbolisieren die Nacht. Trudenmesser trug man entweder bei sich oder steckte sie in den Türstock von Haus und Stall, an die Stubendecke oder legte sie neben die Wiege. Sie sollten vor Hexen, Geistern und vor der Trud schützen, einem weiblichen Nachtgeist, der sich wie ein Alpdruck auf Einschlafende setzt und in Bedrängnis bringt.

Damit die Trud verschwände, nahm man das Messer und führte damit einen Streich durch die Luft. Drudenmesser wurden auch gegen Wetterhexen eingesetzt, da man glaubte, sie mit dem Messer verletzen zu können. Bei heraufziehendem Unwetter warfen die Bauern solche Messer in die Luft und versuchten so, die Wetterhexen zur Umkehr zu bewegen