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seit 1993 Unesco Weltkulturerbe

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Aktuelles

Autor: Frau Fegert
Artikel vom 05.02.2020

Hölderlin 2020 Maulbronn

Wir feiern Hölderlin

Als Hölderlin im Oktober 1786 von der niederen Klosterschule Denkendorf in das »hiesige höhere Closter promivirt« wurde, litt er am Internatsleben und fand kaum Zugang zu seinen Kommilitonen. Er musste um seine »besten Absichten Palisaden setzen« und hatte sich »manchmal schon lieber an jeden andern Ort gewünscht als unter Menschengesellschaften«.

Zu Hölderlins Zeit sah man die alten steinernen Klosterbauten als Zeichen eines kalten, unbequemen Lebens und nicht in ihrer architektonischen Schönheit. Hinzu kam, dass der Schulbetrieb durch die "Württembergische Kirchenordnung" und die herzoglichen Verfügungen strengstens reglementiert war. Das Curriculum aber, das man in den Klosterschulen lehrte, kam Hölderlin sehr entgegen, zumal ihm dadurch die klassischen griechischen Autoren vertraut wurden. In seinen oft bedrückenden Maulbronner Tagen unternahm er seine ersten literarischen Gehversuche. Er experimentierte bereits mit antiken Versmaßen und wählte sich in dem Gedicht ›Mein Vorsaz‹ mit Klopstock und Pindar zwei der schwierigsten und ambitioniertesten Dichter zu Vorbildern. Bald nach seiner Ankunft in Maulbronn verliebte sich Hölderlin in Louise Nast, eine der Töchter des Klosterverwalters, die er im Gedicht zur ›Stella‹ stilisierte. Louises Cousin, Immanuel Nast aus Leonberg, wurde in der Maulbronner Zeit Hölderlins wichtigster Vertrauter. Als einziger der Jugendfreunde wird er den Zurückgezogenen später im Tübinger Turm besuchen.

Hölderlins erste größere Reise führte ihn im Juni 1788 von Maulbronn aus nach Heidelberg und nach Oggersheim, wo er in jenes Wirtshaus einkehrte, in dem der später von ihm hochverehrte Schiller nach seiner Flucht aus Württemberg übernachtete. Er sah auch erstmals – tiefbeeindruckt – den Rhein und besuchte in Speyer den Kaiserdom. Als Hölderlin 1788 an das Tübinger Stift zum Theologiestudium versetzt wurde, stand in seinem Maulbronner Abschlusszeugnis für das Fach Poesie die Note "vorzüglich".

Vortragsreihe und Exkursion
Die Vorträge finden statt im Evangelischen Seminar Maulbronn, Klosterhof 16 (Zugang über das Herrendorment im nordöstlichen Klosterbereich).

  • 29. Februar 2020, 19 Uhr
    Eröffnungsvortrag: "Wohin denn ich?" - Der Dichter Friedrich Hölderlin
    Dr. Thomas Schmidt, Deutsches Literaturarchiv Marbach
     
  • 7. März 2020, 19 Uhr
    "Komm! ins Offene, Freund!" Maulbronner Blicke auf Hölderlin
    Dr. Manfred Gessat, Bretten
     
  • 14. März 2020, 19 Uhr
    "Wie der Sternenhimmel bin ich, still und bewegt". Kleine Reise zu Hölderlin
    Dr. Arnold Stadler, Rast über Meßkirch
     
  • 27. September 2020
    Exkursion (Schloss Bruchsal, Schlossgarten Schwetzingen, Schloss Heidelberg)
    "Friedrich Hölderlins Reise in die Pfalz 1788"
    In Kooperation mit dem Schwäbischen Heimatbund, Regionalgruppe Stromberg-Mittlere Enz, und den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg.
    Leitung: Martin Ehlers
    Die Exkursion folgt Hölderlins erster größerer Reise. Als der Klosterschüler im Juni 1788 mit seiner Cousine und deren künftigem Mann in die Pfalz reiste, wusste er, es ist die gleiche Route, die Friedrich Schiller sechs Jahre zuvor bei seiner Flucht aus Württemberg nahm. Hölderlin hatte auf dieser Reise "genug zuthun..., eine Träne im Auge zu verbergen ... über der Bewunderung des großen genialischen Dichters". Zum ersten Mal hatte er die Grenzen seiner Heimat überschritten, zum ersten Mal sah er auch Heidelberg, dem er später eines seiner bekanntesten Gedichte widmen wird. Obgleich er nur wenige Tage unterwegs war, schilderte er seiner Mutter die Erlebnisse wie eine Bildungsreise. Zurückgekehrt ins Kloster notiert Hölderlin: "Es war mir noch nie so eng".
    Teilnahmebeitrag: € 25.-
    Abfahrt: 8.30 Uhr, Bushaltestelle vor dem Kloster Maulbronn Rückkehr: gegen 18.45 Uhr
     
  • 8. Oktober 2020, 19 Uhr
    "… und nenne mich Ihren gehorsamsten Sohn Hölderlin". Die Mutter und der Dichter-Sohn – Ein schwieriges Verhältnis?
    Eva Ehrenfeld, Lauffen a.N. / Tübingen
     
  • 15. Oktober 2020, 19 Uhr
    Auf Hölderlins Spuren«. Führung durch das Evangelische Seminar
    Ephorus Gerhard Keitel, Maulbronn
     
  • 22. Oktober 2020, 19 Uhr
    "Itzt fang ich an, bei den Kindern Freundschaft zu suchen". Hölderlins Maulbronner Umfeld