Freizeit & Tourismus aktuell: Stadt Maulbronn

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Freizeit & Tourismus aktuell

Autor: Frau Fegert
Artikel vom 21.07.2020

Kunstsammlung Heinrich

Bild des Monats: Iva Vacheva - Die Teilung der Sonne, 2016, Acyl auf Leinwand, 210 x 240 cm

Selten gibt es Bilder, die so mitreißend aus visuellem Kraflpotential und aus der Farbe leben wie „Die Teilung der Sonne". Das ist kein Leinwandplatz, den der Abendsonnenschein sanft in seinem Licht auflöst. Dieses Glühen und Schmel­zen erzeugt den Eindruck als, spiele sich vor unser aller Augen tatsächlich ein gigantisches Naturschauspiel ab. Sämtliche Materialien brodeln gefährlich und streben ihrem Siedepunkt zu. Was wohl Frostbeulen und Schlechtgelaunte dazu sagen werden? Deren bleiernes Gefühl hinter den Schläfenlappen kündigt im Angesicht der malerischen Hitzeentwicklung spontan seinen Abschied an.

Wie kann das sein?

lva Vacheva stellt uns auf einer Fläche von 210 x 240 cm vor ein Rätsel. Funken­bündel, Kugelblitz, Kometenschweif - was bist Du? In welcher hermetischen Tradition leuchtest Du?

Was passiert mit diesem Objekt im Zentrum des Bildes? Der Energieausstoß muss enorm sein. Bahnt sich eine Katastrophe an? Beginnt dieser Stern zu zer­reißen? Die Künstlerin lässt uns dieses Ereignis hautnah miterleben. Die Hellig­keitsschwankungen zwischen Zentrum und Bildrand machen das Bild zum Zei­chen für eine Thermopower, die man glaubt mit Händen greifen zu können. Aber wir erhalten keine Erklärungen. Die Künstlerin markiert lediglich den Spagat des heißen Vorkommnisses zwischen Höllenfeuer und Dunkelrand.

Sie tut das in dieser Offenheit, weil es ihr nicht um irgendeine naturwissen­schaftliche Illustration, sondern um das Fest einer üppigen Malerei geht, als ästhetische Ansichtssache wuchtig und die heftigsten Sinnesappelle stimulie­rend.

Man sieht wie diese Künstlerin bis zur Verausgabung in ihren Möglichkeiten wühlt. wie sie Komposition und Dynamik potenziert und austariert. Sie ist eine überaus kluge, bescheidene und sichere Künstlerin, die immer einen funktio­nierenden künstlerischen Bildentwurf statt nur eine expressive Geste im Blick hat. So werden wir einer Malerei-Malerei ansichtig, die sich selbst feiert als ein selbstreferentielles System, autonom in jeder Beziehung einerseits, ande­rerseits zu beurteilen nur im Rahmen dieser a priori von ihm selber festgelegten Grenzen.

(Text: Christoph Tannert)

 

Die Kunstsammlung Heinrich ist jeden Sonntag von 13.30 bis 17.00 Uhr geöffnet. Führungen sind auf Anfrage möglich. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

www.kunstsammlung-heinrich.de