Jedes Leben endet mit dem Tod. Eine Gewissheit, die für uns Menschen genauso gilt, wie für unsere Waldbäume. Selbst die mächtigen, alten Eichen, die in ihrem Leben vielen Stürmen und Widrigkeiten getrotzt haben, sterben irgendwann ab. Zuvor sorgen sie jedoch für ihren Nachwuchs. Der Waldboden ist übersät mit abertausenden Eicheln. Diese keimen, bohren ihre Wurzel in den Boden, entfalten die Keimblätter und der Spross strebt nach dem Licht. Aus ihm kann wieder eine majestätische Eiche erwachsen, sofern er alle Gefahren übersteht. Gefahren gibt es für die jungen Bäumchen sehr viele. Besonders das Reh macht den kleinen Eichen schwer zu schaffen. Das Reh sucht nämlich gezielt die Eichensprösslinge aus, um die schmackhaften Knospen und die Blätter abzubeißen. Die Förster reden daher vom Verbiss! Im Stadtwald lässt unser Förster Ulrich Klotz um die kleinen Eichen Schutzzäune aufbauen, um sie vor Verbiss zu schützen. Er nennt es die „Kinderkrippe des Waldes“, denn hier sind die Kleinsten geschützt und behütet.
Doch die bei Sommergewittern auftretenden Windböen reißen immer wieder stärke Äste ab. Diese fallen manchmal auf einen Zaun und drücken ihn zu Boden. Durch die entstandenen Löcher können jetzt Rehe eindringen und den Fortschritt der letzten Jahre zunichtemachen. Die Waldarbeiter müssen daher schnell die Zäune wieder instand setzten. Je schnelle die Lücke bemerkt und der Schutzzaun repariert wird, desto geringer ist der Schaden an der nächsten Waldgeneration. „Zäune kosten viel Geld und zusätzliche Arbeit,“ erklärt Ulrich Klotz. „Sie müssen aber ständig geschlossen sein, denn ein undichter Zaun ist wertlos!“ Wer beim Waldspaziergang einen Defekt am Schutzzaun bemerkt, sollte den Förster unbedingt darauf hinweisen. So können wir alle gemeinsam dafür sorgen, dass der Wald, unsere grüne Lunge, erhalten bleibt.

