Archiv: Stadt Maulbronn

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Forchen-Abschied

Erstelldatum03.08.2023

Forstwirtschaft

Endlich regnet es! Der Wald, unsere grüne Lunge, lechzt geradezu nach diesem lebenserhaltenden Nass. Lange, viel zu lange schon, mussten die Bäume ohne Regen auskommen. Die wiederkehrenden Trockenphasen haben Auswirkungen auf die Lebensgemeinschaft Wald. So beobachtet unser Stadtförster Ulrich Klotz wie immer wieder kräftige und gesund erscheinende Bäume absterben.

„Wenn an einem Standort kein Wasser mehr verfügbar ist, dann verdurstet der eine oder andere Baum!“ erklärt Klotz als er zu einer „roten“ Kiefer befragt wird. Innerhalb weniger Tage haben sich die Nadeln zuerst rot verfärbt, dann sind sie abgefallen. Gleichzeitig hat der Specht die Rinde weggehämmert, um an die Käferlarven zu gelangen, die sich in der Rinde tummeln. „Die Borkenkäfer suchen sich gezielt die geschwächten Nadelbäume aus, um dort ihre Eier in die Borke zu legen. Für die geschlüpften Käferlarven ist so eine noch frische Borke ein gefundenes Fressen!“ sagt Klotz. Es sei schade, dass auf diese Weise die Forche, wie die Kiefer im schwäbischen auch genannt wird, aus den heimischen Mischwäldern verschwindet.

„Die Forche ist eine genügsame Baumart, die sich sehr gut in einen Mischwald einfügt. Sie kann auch auf Heideflächen wachsen, mit ihr hat man früher heruntergekommene Wälder wieder aufgeforstet und so unsere heutigen Waldbestände erst geschaffen.“ schwärmt Klotz von den Fähigkeiten der heimischen Waldkiefer. „Ihr Holz wurde in den Dachstühlen alter Fachwerkhäuser und Scheunen verbaut. Die Forche gehörte nämlich schon immer zu unserem Wald.“