Kaffee auf der Leinwand, Kaffeeduft in der Luft, Kaffee in der Tasse und sogar in der Schokolade – am Freitag, den 17. Oktober 2025, drehte sich im Gemeindezentrum Maulbronn alles um das „schwarze Gold“. Das Cinema Paradiso lud zu einem besonderen Filmabend ein, bei dem zwei eindrucksvolle Dokumentationen gezeigt wurden. Sie beleuchteten, wie der Kaffeeanbau das Leben vieler Menschen im globalen Süden prägt und wie der Faire Handel dazu beiträgt, ihre Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern.
Bis der aromatische Kaffee in unseren Tassen landet, durchläuft er zahlreiche Stationen: Die Kaffeekirschen werden meist von Hand gepflückt – ein aufwendiger Prozess, der die Qualität sichert, da nur reife Früchte geerntet werden. Anschließend werden die Kirschen fermentiert oder getrocknet, um die Bohnen zu gewinnen. Diese werden gewaschen, erneut getrocknet und sorgfältig von Hand verlesen. Während die hochwertigen Bohnen exportiert werden, verbleiben die weniger guten für den Eigenbedarf im Ursprungsland.
Mit der Röstung und Verpackung beginnt die eigentliche Wertschöpfung – meist jedoch nicht dort, wo der Kaffee angebaut wird. Die Produzenten und Produzentinnen erhalten oft keine kostendeckende Entlohnung für ihre Arbeit. Hier setzt der Faire Handel an: Gütesiegel wie GEPA und Fairtrade garantieren Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Kooperativen einen fairen Preis, der ihnen ein würdiges Leben und Bildung für ihre Kinder ermöglicht.
Zunehmend wird versucht, die Weiterverarbeitung des Kaffees in den Anbauländern selbst zu etablieren, um den wirtschaftlichen Mehrwert vor Ort zu halten. Auch dabei spielt der Faire Handel eine zentrale Rolle: Mit Fairtrade-Prämien können Schulungen organisiert und soziale Projekte gefördert werden. Regelmäßige Kontrollen stellen sicher, dass die Standards eingehalten werden – damit Fairtrade mehr ist als nur ein Label auf der Verpackung.
Die gezeigten Filme machten eindrucksvoll deutlich, wie sehr sich die Lebensrealität von Menschen durch die bewusste Entscheidung für fair gehandelte Produkte verändern kann. Jeder Kauf – selbst gelegentlich – kann einen Unterschied machen.
Um diese Botschaft zu vertiefen, hatte die Eine-Welt-Gruppe Maulbronn gemeinsam mit der Fairtrade-Stadt Maulbronn Informationsstände vorbereitet. Dort wurde anschaulich dargestellt, in welchen Ländern Kaffee angebaut und wo er konsumiert wird – und welche sozialen und wirtschaftlichen Unterschiede dabei bestehen. Interaktive Frage- und Antwortkarten luden die Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich mit den Auswirkungen des Fairen Handels auf Mensch und Umwelt auseinanderzusetzen.
Wer bei all den Informationen Lust auf eine Tasse bekam, konnte sich über frisch gebrühten Espresso oder eine mit Schokolade umhüllte Kaffeebohne freuen. Zum Abschluss des Abends fand eine Verlosung der Fairtrade-Stadt statt, bei der acht Mal 250 Gramm fair gehandelter Kaffee verlost wurden. Sieben Mal wurde gejubelt – eine glückliche Gewinnerin zog sogar zwei Gewinnlose.
So endete ein rundum gelungener Abend, der die rund 20 Gäste mit neuen Erkenntnissen und einem gestärkten Bewusstsein für fairen Konsum verabschiedete.



