Serie Instandsetzung Mahlrinne - Teil 2
Erstelldatum24.04.2026
Trockenmauern: Wie sie funktionieren und warum sie geschützt werden müssen
Trockenmauern: Wie sie funktionieren und warum sie geschützt werden müssen

Die Trockenmauern am Maulbronner Klosterberg sind ein beeindruckendes Erbe der Zisterziensermönche. Sie terrassierten den Hang, um Weinbau und Obstkulturen zu ermöglichen – und schufen damit eine Landschaft, die bis heute das Bild Maulbronns prägt. Eine Trockenmauer besteht aus sorgfältig geschichteten Steinen, ohne Mörtel.

Ihre Stabilität entsteht allein durch die Kunst des Setzens:
Diese Bauweise ist wegen ihrer Wasserdurchlässigkeit erstaunlich stabil, da verhindert wird, dass sich Hangwasser hinter der Mauer staut und vor allem bei Frost nach vorne drückt. Insbesondere Baumwurzeln gefährden jedoch die Standsicherheit der Trockenmauern. Wurzeln jedoch sind ihr größter Feind. Sie wachsen in die Fugen, drücken die Steine auseinander und destabilisieren die gesamte Konstruktion. Genau das ist in den vergangenen Jahrzehnten passiert.
Die Denkmalpflege schreibt vor, dass die Mauern möglichst mit ihren ursprünglichen Steinen wieder aufgebaut werden. Stark beschädigte Steine werden durch historischen Maulbronner Sandstein ersetzt, damit das typische Erscheinungsbild erhalten bleibt. Die Reparaturen an den schadhaften Abschnitten entlang der Mahlrinne sollen im ersten Halbjahr 2026 beginnen.
Trockenmauern sind also nicht nur historische Bauwerke – sie sind ein spezialisierter Lebensraum sowohl für wärmeliebende Pflanzen als auch Tiere, benötigen aber regelmäßige Pflegemaßnahmen. Aufgrund der Wiederverwendbarkeit der meisten Steine sind sie zudem nachhaltig.
