Neuigkeiten: Stadt Maulbronn

Direktzum Inhalt springen,zur Suchseite,zum Inhaltsverzeichnis,zur Barrierefreiheitserklärung,

Cookie-Banner

Diese Website benötigt einen Cookie zur Darstellung externer Inhalte

Um unsere Website für Sie optimal gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir einwilligungspflichtige externe Dienste und geben dadurch Ihre personenbezogenen Daten an Dritte weiter. Über den Button „Mehr“ können Sie einzeln auswählen, welche Dienste Sie zulassen möchten. Sie können Ihre Zustimmung und Einwilligung jederzeit widerrufen.

ImpressumDatenschutzBarrierefreiheitBarriere melden
Neuigkeiten

Information zur invasiven Ameisenart ,,Tapinoma magnum‘‘

Erstelldatum02.07.2026

Seit einigen Jahren vermehrt sich besonders in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen die Ameisenart Tapinoma magnum.

Verdachtsfälle melden

Seit einigen Jahren vermehrt sich besonders in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen die Ameisenart Tapinoma magnum. Diese ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende, invasive Gattung tritt häufig in sogenannten „Superkolonien“, bestehend aus hunderttausenden bis Millionen Tieren auf. Sie nistet überwiegend im Boden, insbesondere in sandigen Bereichen oder unter Pflasterflächen. Bei passenden Voraussetzungen können die Tiere auch in Gebäude eindringen.

In Maulbronn, Schmie und Zaisersweiher liegt im Moment noch kein bestätigter Befall vor. Einige Sichtungen sind aber in der Prüfung. Aus diesem Grunde möchte die Stadtverwaltung schon jetzt auf das Problem aufmerksam machen und bittet um Mithilfe:

Gefahr für Infrastruktur

Die invasive Ameisenart gilt für Menschen als weitgehend ungefährlich, kann jedoch an Gebäuden und Infrastruktur erhebliche Schäden anrichten. In mehreren Städten kam es bereits zu Problemen an Strom- und Internetleitungen sowie zu Schäden an Gehwegen und Gebäuden.

Welche Erkennungsmerkmale hat die Tapinoma magnum?

Die Tiere sind vollständig schwarz und etwa zwei bis vier Millimeter groß. Innerhalb einer Kolonie können sie unterschiedlich groß sein. Gleich große Tiere deuten häufig auf andere, einheimische Arten hin.
Im Gegensatz zu unseren einheimischen und unproblematischen Ameisenarten, die sich einspurig fortbewegen, kursiert die Tapinoma magnum auf mehrspurigen, stark frequentierten Ameisenstraßen. Auch findet man mehrere Nester in unmittelbarer Nähe. 
Beim Zerdrücken entfaltet sich häufig ein süßlich-chemischer Geruch.

Wie kann man die Ausbreitung verhindern?

Die Stadtverwaltung empfiehlt

  • Pflanzgefäße und Wurzelballen sorgfältig kontrollieren, da die Ameisen häufig über Pflanzenhandel eingeschleppt werden.
  • Nahrungsquellen reduzieren, das heißt
    • Müllbehälter gut verschließen
    • Gartenabfälle ausschließlich über offizielle Sammelstellen entsorgen
    • Keine organischen Abfälle im Garten lagern
    • Blattläuse bei Befall reduzieren
    • Barrieren wie Leimringe oder Kieselgur regelmäßig erneuern
  • Grünschnitt richtig entsorgen
    • Schnittgut vor der Entsorgung kontrollieren, da Ameisen häufig im Wurzelbereich nisten.
    • Rückschnittarbeiten bieten sich besonders in den Wintermonaten an, wenn die Aktivität der Tiere geringer ist.

Wie kann die Tapinoma magnum bekämpft werden?

Der Umgang mit Tapinoma magnum erfordert je nach Situation unterschiedliche Maßnahmen.

  • Insektizide
    Der eigenständige Einsatz von chemischen Mitteln ist nicht zu empfehlen. Handelsübliche Produkte wirken bei großen Kolonien oft nur eingeschränkt und können zudem andere Insekten beeinträchtigen. Fachbetriebe sind hier die geeigneten Ansprechpartner.
  • Hausmittel
    Substanzen wie Essig, Zimt oder Natron können kurzfristig wirken, führen jedoch in der Regel nicht zu einer dauerhaften Lösung.
  • Heißwasser
    Bei frei zugänglichen Nestern kann heißes Wasser eingesetzt werden, um die Anzahl der Ameisen zu verringern. Dabei ist auf mögliche Schäden an Pflanzen sowie auf die eigene Sicherheit zu achten.
  • Kieselgur
    Dieses Pulver entzieht den Ameisen Feuchtigkeit und wird vor allem in Innenräumen oder geschützten Bereichen eingesetzt. Der entstehende Staub sollte nicht eingeatmet werden.
  • Nematoden
    Mikroskopisch kleine Fadenwürmer können im Boden angewendet werden und beeinflussen die Entwicklung der Ameisenlarven. Sie gelten als unbedenklich für Menschen und Haustiere und eignen sich insbesondere für Grünflächen.

Was tun im Verdachtsfall?

Wer einen Verdacht auf Tapinoma magnum hat, sollte Fotos der Tiere und ihrer Nester anfertigen und diese zur fachlichen Bestimmung an entsprechende Stellen weiterleiten. Wichtig ist eine eindeutige Identifikation, damit nicht versehentlich heimische Ameisenarten bekämpft werden.

Von eigenständigen Einsätzen mit Insektiziden wird ausdrücklich abgeraten. Experten empfehlen stattdessen kontrollierte Maßnahmen wie Heißwasserbehandlungen, Kieselgur oder Nematoden.

Wie können Verdachtsfälle gemeldet werden?

Beobachtungen aus der Bevölkerung tragen dazu bei, die Verbreitung besser zu erfassen.

1. Fotos aufnehmen
Platzieren Sie ein kleines Blatt Karopapier (ca. 5 cm) mit einem zuckerhaltigen Lockstoff wie Honig oder Sirup in der Nähe eines Nesteingangs oder einer Ameisenstraße.
Nach kurzer Zeit sammeln sich dort meist mehrere Tiere. Fotografieren Sie diese aus verschiedenen Perspektiven (von oben und von der Seite).

2. Bilder überprüfen lassen
Senden Sie die Fotos zusammen mit Angaben zum Fundort an das Forschungsprojekt „Tapinoma“ der Naturkundemuseen Stuttgart und Karlsruhe:
tapinoma(@)smns-bw.de
Sie erhalten eine Rückmeldung zur Artbestimmung.

Alternativ gibt es auch eine Meldeplattform:

https://artenkenntnis.info/de/anfragen/tapinoma-melden

3. Fund melden
Bestätigte Nachweise sollten zusätzlich der Stadtverwaltung Maulbronn gemeldet werden:
E-Mail:  dichtl(@)maulbronn.de
Telefonnummer: 07043 103-25

Bitte senden Sie uns den genauen Fundort, die Bestätigung des Museums und Fotos zu.