Stadt Maulbronn (Druckversion)

Eine Kunstsammlung der Superlative

Seit Anfang der 80er Jahre sammelten die Eheleute Jutta und Manfred Heinrich Werke mit neoexpressiven Aufbrüchen und Arbeiten der  sogenannten „Berliner Wilden“. Dabei standen sie stets in engem, persönlichen Kontakt zu den Künstlern.

2012 machte das Sammlerpaar die herausragende Kollektion ihrer Heimatstadt Maulbronn zum Geschenk, inklusive des frisch renovierten Gebäudes auf dem Schafhof.

Nach rund 30 Jahren Sammlertätigkeit wurde die Kunstsammlung schließlich im Jahr 2014 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.  Sie beinhaltet mehr als 300 Werke von insgesamt 42 Künstlerinnen und Künstlern. Eine Hängung umfasst ca. 115 Werke. 

Die Hängung wurde von Manfred Heinrich selbst vorgenommen. Hier spiegelt sich der Blick des Connaisseurs und privaten Sammlers wieder, der, bei aller Systematik,  nur seiner eigenen Präferenz und Wahrnehmung verpflichtet ist. Ganz individuell schafft er ein  Zeugnis einer für die deutsche Kunst besonders bedeutsamen Zeit.

Durch die Konzentration auf einen regional begrenzten Kunstbereich – Berlin - und auf Werke eines bestimmten Zeitraums - 1984 bis heute - entstand eine Sammlung von hoher Qualität und Dichte. Der Kreis der gesammelten Künstler blieb überschaubar, dafür wurden viele über einen längeren Zeitraum hinweg gesammelt: Repräsentative  Werkblöcke entstanden.

Öffnungszeiten und Flyer

Die Kunstsammlung hat jeden Sonntag  von 13.30 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet.

Eintritt:
Erwachsene 3,00 Euro 
Kinder, Schülerinnen und Schüler frei
Führungen auf Anfrage. Im Erdgeschoss ist eine Cafeteria vorhanden.

Flyer herunterladen

Die Kunstsammlung hat eine eigene Homepage: Weiter zur Homepage

Das Berlin der 80er Jahre

Berlin entwickelte sich in den letzten zwei Jahrzehnten des 20sten Jahrhunderts  zu einem Kulminationspunkt von Künstlern, die mit einer subjektiven, unbekümmerten und lebensbejahenden Malerei, zumeist in figurativer Bildsprache im Kontrast zur Abstraktion der Nachkriegsmoderne als  „Neue Wilde“ bezeichnet wurden.

Hätten diese Bilder auch an anderem Ort entstehen können oder sind sie Teil eines urbanen Zusammenhangs, aus dem heraus sie ihre Anregungen beziehen?

Berlin, dieses im Schlagabtausch der Alliierten zerhackte urbane Gebilde, das nach 1961 zu einem in Brutalität vollendeten Sonderfall ideologsicher Hybris wurde, so laut, so ungeschlacht, nur etwas für Menschen mit Nerven, unterwarf auch die Kunstproduktion in seinen Mauern rohen und ruinösen Bedingungen.

Die Jungen Wilden

Bildet dieser Begriff auch kein Panorama von anthropologischer Genauigkeit ab, so umschreibt er doch eine Mentalität des Anderen. Und wenn es um etwas ging, dass hinter den wild aufgerührten Leinwänden lag und doch im Licht der Öffentlichkeit und des Kunstmarktes, dann war es weniger das aufklärerische Sehen als ein Spüren: „Gefühl und Härte“.

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