Neuigkeiten: Stadt Maulbronn

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Neuigkeiten

Anpflanzungen von Obstbäumen in der freien Feldflur

Erstelldatum23.02.2026

Zuschuss der Stadt Maulbronn

Zuschuss der Stadt Maulbronn

Streuobstwiesen sind vom Menschen geschaffen. Sie bestehen aus robusten, lokal bewährten hoch­stämmigen Obstbäumen. Bevor der weltweite Handel mit Obstsorten, vor allem auch exotischen Früchten, begann, versorgte sich die einheimische Bevölkerung selbst mit Birnen, Zwetschgen, Pflau­men, Kirschen und Äpfeln. Die Streuobstwiesen wurden nur natürlich gedüngt, nicht oder kaum ge­spritzt und nur sehr extensiv geschnitten. Ihre Standorte waren dorfnahe Wiesen, Exten­siv-Weiden oder Äc­ker.

Streuobstwiesen prägten das Landschaftsbild früherer Feldfluren; sie grünten unsere Dörfer ein; säumten zahlreiche Landstraßen und waren nicht zuletzt wichtiger Lebensraum für zahlreiche Pflan­zen und Tiere. Artenreiche Wiesen mit dem ECHTEN SCHAFSCHWINGEL oder der FIE­DER-ZWENKE prägten die Bodenvegetation der ökologisch sehr wertvollen Streuobstwiesen. Aus Unter­suchungen weiß man, daß die Insektenbestände der Streuobstwiesen bis zu 6 mal höher sind als im umgebenden intensiv genutzten Umland. Die hochstämmigen Obstbäume bieten zahlrei­chen, auf sie spezialisierten Tierarten Lebensraum. So können der Wendehals, der Steinkauz, der Garten-Rot­schwanz, der Wiede­hopf, der Mittelspecht und der Star seine Jungen großziehen, der Große Abend­segler sein Sommer­quartier beziehen und die heute zum Teil bedrohten Bilche ihr Ta­gesquartier fin­den.

Vom reifen, herabgefallenen Obst können sich Vögel und Wild, aber auch zahlreiche Insekten er­näh­ren. Für manche Vogelarten sind die Obstkerne wichtige Überlebensnahrung für den Winter.

Der grundsätzliche Strukturwandel im Obstbau, der Preisverfall für heimische Obstsorten im Inland und die Einfuhr von Südfrüchten haben den Streuobstwiesen zugesetzt. Die kommerzielle Nutzung wurde aufgegeben. Hochstämme wurden durch maschinell einfach zu bearbeitende Spalier- und Zwerg­baumkulturen ersetzt. Zahlreiche Obstbaumbestände fielen der Flurbereinigung zum Opfer. An den Ortsrändern wurden die Streuobstwiesen in Bauland umgewandelt. Somit ging mit den Streu­obstwie­sen wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen verloren. Deshalb helfen Sie mit, daß Gleichgewicht der Natur wieder herzustellen und machen Sie von dem Angebot der Stadt Maulbronn regen Ge­brauch.

Bitte denken Sie bei der Pflanzung daran, daß die erforderlichen Grenzabstände nach Nachbarschaftsrecht Baden-Württemberg zu den Nachbargrundstücken eingehalten werden müssen. Das Stadtbauamt gibt Ihnen im Zweifel selbstverständlich gerne Auskunft über die vorgeschriebenen Abstände.

Die Stadt Maulbronn bezuschusst die Anpflanzung von Obstbäumen in der freien Feldflur in Höhe von 20 Euro pro gepflanztem Baum, aber maximal 200 Euro pro Haushalt.

Die Anträge für die Bezuschussung können wie bisher formlos bei der Stadtverwaltung Maulbronn – Herr Dichtl (Zimmer 20) mit Kaufbeleg und Angabe der Flurstücksnummer gestellt werden.